Die Wahl der Steinchenfarben

Saturday, 15. April, 2006

Auf BunteSuppe kann jeder seinen eigenen Room eröffnen. Bei der Room Eröffnung kann der Room Inhaber wählen, ob er ein öffentliches Mosaik in seinem Room zeigen will, oder ob er ein eigenes individuelles Mosaik kreieren möchte, das es nur in seinem Raum gibt. Wählt der Room Inhaber die Option des individuellen Mosaiks aus, kann er die Steinchenfarben bestimmen, indem er ein Bild hoch lädt, das die Steinchenfarben definiert.

Für uns BunteSuppe Developer ist der öffentliche Room quasi “unser” Room (technisch gesehen unterscheidet er sich aber nicht von jedem anderen Room) und wir trafen die Entscheidung, welche Steinchenfarben wir verwenden wollten.

Wir brauchen wohl nicht zu sagen, dass das keine einfache Entscheidung war. Unsere Experimente haben aber ein paar sehr interessante Aspekte über die Psychologie der Farben ans Licht gebracht – die Steinchenfarben beeinflussen das Verhalten der Künstler!

Der Effekt von gesättigten “kindlichen” Farben

Anfangs haben wir mit zufälligen Farben experimentiert und haben Farben des gesamten Farbspektrums gewählt. Das ergab einen sehr bunten Effekt und viele Steinchen hatten sehr gesättigte, kräftige Farben.

Interessanterweise haben wir bei dieser großen Vielfalt an Farben bemerkt, dass wir anstatt gemeinsam an einem großen Kunstwerk zu arbeiten, wir lieber unsere eigenen kleinen Werke schufen und uns die anderen dabei völlig egal waren!

kiddie art

Die Kunstwerke waren typischerweise klein, aus vielleicht 50 bis 100 leuchtend bunten Steinchen. Ausnahmslos wurden dieselben Objekte geschaffen: Bäume, Schiffe, Fische, Gesichter, Stickmännchen, Autos, Blumen, Meereswellen, Schmetterlinge und Wörter.

Die Moral von der Geschichte? Kräftige und bunte Steinchen mit einem großen Farbspektrum haben offensichtlich jeden BunteSuppe Besucher in einen 5-Jährigen im Kindergarten verwandelt, zumindest wenn man das nach den erschaffenen Kunstwerken beurteilt!

Und als wäre das noch nicht genug, hat der anscheinende Mangel von gewissen Farben die Leute eher dazu gebracht, über ihre Steinchen mit Argusaugen zu wachen, worauf richtiggehende “Karma”-Kämpfe entbrannt sind, wenn einer ein Steinchen einer anderen Person weggenommen hat. Schnell wurder der “Dieb” mit einer “-” Stimme verwarnt, der dann im Gegenzug dem Minusgeber auch gleich ein Minus gegeben hat. Es war keine Rede mehr von gemeinschaftlicher Kunst! Man wollte den anderem nur mehr die Steinchen wegnehmen, was zur Folge hatte, dass man sich dann gemeinsam im Exil wiedergefunden hat.

Was wir von der Gallery gelernt haben

collaborative

Wenn man sich die Gallery näher anschaut, insbesondere die Schnappschüsse von den individuellen Rooms, sieht man, dass je weniger Farben in einem Room vorhanden sind, desto kunstvoller und umfangreicher waren die Kunstwerke.

So haben wir die Hypothese getestet, dass Mosaike, die Steinchen mit einer limitierten Farbpalette und nicht-gesättigten Farben…

  • größere Kunstwerke hervorbringen
  • das kooperative Verhalten verstärken

Unsere Experimente lassen bis jetzt darauf schließen, dass unsere Hypothese korrrekt ist!

image used for mosaic colors

Daher haben wir uns entschlossen, für das BunteSuppe Mosaik Terracotta-ähnlichen Steinchenfarben zu verwenden.

Rechts kannst Du das original JPEG Bild sehen, dass wir für die Farbgestaltung des öffentlichen Mosaiks verwendet haben (das ist zumindest das Bild, dass wir kurz vor der Veröffentlichung von BunteSuppe benutzt haben).

Wie Du sehen kannst, haben wir ein paar Farbkleckse hinzugefügt, als wir die Verteilung der Farben feinabgestimmt haben.